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Kurzrezension: Die Zeitfalte

"Dann gingen gleichzeitig in allen Häusern die Türen auf und wie eine endlose Reihe von Ausschneidepuppen tauchten im Türrahmen Frauen auf. Ihre Kleider hatten zwar verschiedene Muster, wirkten dennoch alle gleich. Jede Frau blieb blieb an der Schwelle stehen. Jede Frau klatschte in die Hände."
(S. 111)




Verlag: omnibus
Preis: 6,95 € (Taschenbuch)
Seiten: 222
Autor: Madeline L'Engle
Genre: Kinderbuch/Sci-Fi/Urban-Fantasy
 Reihe: Erster Band von 3



Worum geht's?

Meg und ihr Bruder Charles Wallace reisen durch Zeit und Raum, um ihren Vater zu retten. Zusammen mit ihrem neuen Freund Calvin suchen sie ihn auf fremden Planeten und bestehen Abenteuer.

Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?
 Ich habe es bei rebuy bestellt und gekauft, im Glauben, dass es ein Zeitreiseroman ist. Komisch, oder?^^

Erst im Nachhinein habe ich mitbekommen, dass das Buch ein riesiger Hit Klassiker im englischsprachigen Raum ist (276 englische Rezensionen zu "A Wrinkle in Time" bei amazon) und schon ziemlich alt ist: Erstveröffentlichung 1962.

Erwartungen an das Buch?
Kinder reisen durch die Vergangenheit und erleben spannende Abenteuer dabei.

Erwartungen erfüllt?
Teilweise, denn Meg, Calvin und Charles Wallace erleben zwar Abenteuer und reisen durch Zeit und Raum, landen aber auf fremde Planeten und nicht in die Vergangenheit, wie ich annahm.

Was mich an diesem Buch gestört hat:
Es gibt dutzende Moralkeulen. Ständig wird den Kindern gezeigt bzw. mit Zitaten von Shakespeare/Goethe etc. gesagt, was wichtig ist im Leben. Ich meine, ich habe nichts gegen Moral in Kinderbüchern, aber stellt euch all die Moralvorstellungen der gesamten Harry-Potter-Bände in einem nur 222-seitigen Buch, vor.^^
Hier sogar eine drastische Parallele zu Harry Potter:

"Ddu besitztt etwass, dass ES [das Böse] nnicht hatt." S. 213 sagt die sphärische Frau Dergestalt mit ihren Ausprachefehlern ^^.

Erinnert euch das nicht auch an die Macht von Harry, die der Dunkle Lord nicht kennt? Und die Antwort ist bei beiden natürlich dieselbe (was mir die Spannung nahm ;b).

Als zweiten Störfaktor nahm ich etliche religiösen/spirituellen/Sci-Fi/Fantasy Einflüsse wahr, die in dem Durcheinander merkwürdig waren.
Mal wird die Bibel zitiert, dann gibt es einen Jungen, der mehr wahrnimmt, was in anderen Personen vorgeht (Indigo-Kind?), dann wird erklärt, wie man durch die Zeit reist (Sci-Fi), um dann auf einer Hexe, die eigentlich ein toter Stern ist und sich in ein geflügeltes Pferd verwandelt, zu "tessern" = durch die Zeitfalte reisen (Fantasy).

Wie man an den Genres schon merkt, ist das für ein so kurzes Werk schon eine dolles Potpourri. Wenn man obiges Zitat nimmt, könnte man theoretisch  dystopische Elemente auch noch dazuzählen.

Die ganze Zeit dachte ich mir: Wie bitte? Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Ich war vollkommen überfordert mit diesem Mix an Kreativität. Aber:

Was ich an diesem Buch mochte:
Dieses Buch hat wunderschöne fantasievolle Elemente. Besonders die verrückten Planeten haben mich so gut unterhalten, wie "StarGate" ohne Militär.

Fazit
Ein sehr fantasievolles und moralisches Kinderbuch mit Protagonisten, die mir leider fremd blieben, und einer sehr gewagten Mischung aus den verschiedensten Genres. 

 Lesenswert? Vielleicht!



Etwas ganz anderes: 

Wenn ich alle Widgets/Seiten eliminieren würde (^.^) , welche vier würdet ihr retten wollen?

Beitrag von Egoliquida