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Rezension: Lost Girl

"Ich bin Amarras Vater", unterbricht er mich leise. "Glaub mir, ich würde sie erkennen, wenn sie vor mir stünde" (S. 169)





Autor: Sangu Mandanna
Verlag: Ravensburger
Seiten: 437
Preis: 16,99€ (gebunden)
Reihe: Einzelband





Worum geht's?
Eva wurde erschaffen, um beim Ableben von Amarra diese zu ersetzen. Deshalb muss sie alles lernen, essen und lieben, was auch Amarra lernt, isst und liebt. Denn Eva ist als Echo nur eine Kopie des Originals und nur als solche hat sie die Berechtigung zu leben. Doch nicht nur ihre Erschaffer können ihr Leben, wenn sie die Regeln bricht, jäh beenden, denn zusätzlich gibt es noch die Jäger auf diese Kopien, denn die Erschaffung eines Echos ist nicht in jedem Land legal.

Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?
Vor langer Zeit war ich auf Dystopien-die-ich-vorbestellen-kann-Suche und "Lost Girl" musste ich einfach bestellen, denn ich versprach mir mal einen völlig anderen Weltentwurf.

Erwartungen an das Buch?
Einfach eine spannende Dystopie, die nicht nur auf ein autoritäres System abzielt.

Erwartungen erfüllt?

Ich finde, es gab keinen Weltentwurf, sondern nur eine einzige Idee, die das Ziel hatte, dass ich durchgehend in Trauer und Mitgefühl versank.
Es ist bedrückend und traurig, wie Eva ihre Individualität jederzeit unterdrücken muss, denn sie ist weder eine seelenlose Hülle, noch ein Monster. Das wird beim langsamen und ausführlichen Einstieg in die Geschichte deutlich beschrieben.

Dann kam der Abschied von ihren Vormündern, welche sie zu Amarra erzogen hatten, um in eine Familie zu gehen, die trauerte, bzw. zwanghaft versuchte in ihr die verstorbene Tochter zu sehen.
Der Verlust eines geliebten Kindes bzw. einer geliebten Schwester oder Freundin ist im Mittelteil omnipräsent und sehr emotional dargestellt.
Auch die kläglichen Bemühungen von Eva, Amarra zu ersetzen und sich fast vollständig aufzugeben, sind sehr tragisch.
Als kleinen Bonus gab es noch eine unerfüllte, da verbotene, Liebe.
Zum Ende hin habe ich echt geweint, denn das war alles derart ungerecht und bedrohlich.

Leider gab es neben dieser einfühlsamen Story auch Schwachpunkte. Zum einen wäre da die obligatorische Flucht und zum anderen das mäßige Ende.
Enttäuscht bin ich zudem von der Idee der Echoerschaffung, denn hundertfach werden gruselige Andeutungen gemacht, von wegen Knochen vom Friedhof etc., aber schlussendlich wird nichts aufgeklärt. Wenn ich das nicht durch Tinas Rezension gewusst hätte, wäre ich richtig sauer gewesen, so war ich vorgewarnt und konnte meine Neugier bremsen, die trotzdem entfacht wurde. Leider war die Sache so ein einziges verschenktes Potenzial und eine Irreführung des Lesers.


Fazit
Zum Setting: Die Geschichte spielt in zwei Orten, England und Indien, die ich aber nicht lebhaft vor meinen Augen hatte. Es ist kein Buch, welches von den Schauplätzen lebt und auch die Atmosphäre war nicht dadurch begründet, deshalb vergebe ich dafür keine Regalebene. Ich fand es schade, dass es keine wirkliche Zukunftsvision der Welt gab, bzw, diese sich ausschließlich auf die Echos beschränkte.

Der Plot war sehr emotional und ich klebte an den Seiten, denn es gab so eine Art stete Bedrohung durch die Erschaffer der Echos, die mich fesselte. Auch die angesprochenen Themen Selbstfindung, Lebenswille, Fremdbestimmung und Verlust wurden sehr einfühlsam beschrieben, sodass ich dafür zwei Regalebenen vergebe, auch wenn er Schwächen hatte.

Die Charaktere waren solide. Man konnte mit Eva mitfühlen und auch die Nebenfiguren hatten ihre Eigenarten. Die Antagonisten waren mir persönlich aber zu eindimensional, deshalb gibt es dafür nur ein Regalbrett.

Eine zusätzliche Regalebene verdient der absolut tiefe Emotionen weckende und atmosphärische Schreibstil.

Insgesamt ist es für mich ein gutes Buch, das mich mitgenommen hat, welches ich aber wahrscheinlich nie wieder lesen werde, denn es war für mich eine Achterbahn (steil nach unten) der Gefühle und wenn ich die zu oft benutzen würde, könnte ich Depressionen bekommen.^^

Unterhaltsam

Beitrag von Egoliquida

Rezension: Ein reiner Schrei

"Bist du hergekommen, um zu beten?", fragte er und trat einen Schritt vor.
Shell biss sich auf die Lippen. "Beten?", stammelte sie, als wäre das Wort ihr unbekannt.
"Oder vielleicht nur, um vor dem Regen Schutz zu suchen?"
Sie nickte. "Der Regen. Das war der Grund."(S.176)




Verlag: Carlsen
Preis: 15,00 € (gebunden)
Seiten: 317
 Autor: Siobhan Dowd
 Genre:  Jugendbuch
 Einzelband






Worum gehts?

Shell muss in ihrem Leben sehr viel ertragen, seit ihre Mutter gestorben ist. Der Vater ist Alkoholiker, sie muss sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern und ihre Freundschaft zu Pater Rose wird durch den Klatsch der irischen Gemeinde unterbunden. Dann verschwindet ihr Freund Declan nach Amerika und Shell bleibt mit ihren Problemen alleine, die sie schließlich in einen Skandal verwickeln.

Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?

Die Autorin Siobhan Dowd, hatte die Idee zu "Sieben Minuten nach Mitternacht". Das Buch konnte sie aber nicht schreiben, weil sie zuvor starb. Ich fand das von Patrick Ness beendete Buch äußerst gelungen und wollte deshalb weitere Werke von ihr kennenlernen. Zudem sprach mich die Thematik einer überforderten Jugendlichen, die sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern muss, an, da ich diese in Thabita Suzumas Werk "Forbidden" schon sehr interessant fand.

Erwartungen an das Buch?

Ein nachdenkliches Buch über eine Jugendliche, die ihren Geschwistern als Mutterersatz dienen muss.

Erwartungen erfüllt?

Nachdem ich es beendet hatte, war ich schwer enttäuscht und dachte: Na ja, drei Sterne.
Im Nachhinein, ein paar Tage später, mit einer Verdauzeit dazwischen, würde ich dem nicht wieder zustimmen.

Dieses Buch ist keine leichte Kost und leider habe ich es unglücklicherweise in zweieinhalb Stunden, während ich auf meine Nummer im Einwohnermeldeamt wartete, ausgelesen. Es verdient aber eigentlich Ruhe und Bedenkzeit, denn die Geschichte um Shell ist sehr bedrückend.

Entgegen meiner Erwartung ist die Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister nicht die größte und hauptsächliche Bürde, die Shell tragen muss. Das machte es mir schwer, mich mit der Geschichte anzufreunden.

Zudem ist Shell nicht nur stark gebeutelt von dem Tod ihrer Mutter, sondern auch naiv und ich persönlich mag naive Charaktere nicht. Dennoch ist sie gut und eindringlich charakterisiert. Leider wird dieser Aspekt durch die Dritte-Person-Perspektive etwas abgeschwächt, da ich mich ihr dadurch nicht nahe genug gefühlt habe.

Am meisten hat mich die geringe Bereitschaft sich ihrer Probleme anzunehmen, aufgeregt. Auch dieser Vater, der nichts auf die Reihe kriegt und dieser Pastor, der zu schwach ist, ihr zu helfen, obwohl er  wenigstens ausspricht, dass man eigentlich etwas hätte tun müssen. Und diese irische Gemeinschaft, wo jeder die Not der Familie sieht und keiner was tut, bis Shell wirklich unglaublich viel aushalten muss. Das ist einfach schrecklich.

Im Gegensatz zu "Sieben Minuten nach Mitternacht", wo der Protagonist sich seinen Ängsten stellt, leidet Shell. Aber ich denke, "Ein reiner Schrei", will auch etwas anderes, als "Sieben Minuten nach Mitternacht". Jetzt denke ich, dass es vielleicht genau das zeigen wollte, dass solche Menschen wie Shell gar nicht in der Lage sind, sich richtig um sich selbst zu kümmern, da sie mit so viel mehr zu kämpfen haben und aus ihrer Einsamkeit nicht die Kraft besitzen auszubrechen. Im ersten Moment nach dem Lesen, hatte ich diese Schlüsse aber noch nicht gezogen und war verwirrt, was das Buch mir nun eigentlich sagen wollte.

Ich habe in meinen Kopf öfters Szenen von diesem Buch und es hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Für dieses Erstlingswerk vergebe ich für Protagonisten, Setting und Plot je eine Regalebene und für die Tiefe noch ein zusätzliches Regalbrett. Daneben betitle ich es nicht als "Unterhaltsam", da dieses Etikett nicht wirklich dieses Buch beschreiben würde.




Interessant





Beitrag von Egoliquida




Rezension: Scheiß Liebe

"Weißt du, manchmal denkt man, alles ist gut. Vielleicht hat man sogar das Gefühl, man ist glücklich. Dabei stimmt das gar nicht. Man macht sich das nur vor, um nichts verändern zu müssen." (S.62)




Verlag: Carlsen
Preis: 7,95 (Taschenbuch)
Seiten: 284
 Autoren: Thomas Brinx; Anja Kömmerling
 Genre: Jugendbuch
  Einzelband
Erscheint im Juli 2012

   


Worum gehts?

Lene lebt mit ihrer Familie und ihrem (Haus-)Schweinchen in einer Idylle. Vergesslicher Vater, Mutter filzt, Schwester spielt Gitarre, alle, besonders wenn die Großeltern kommen, gehen sich auf die Nerven, aber es herrscht dennoch merklich eine positive Atmosphäre. Jeder liebt jeden, eigentlich. Doch Lene findet einen Zettel, einen winzigen Ein-Satz-Liebesbrief an ihren Vater, der nun ja, nicht von ihrer Mutter stammt.


Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?
Das Cover spricht mich überhaupt nicht an, aber die Leseprobe auf der Seite von den Buchbotschaftern hatte mich doch sehr neugierig gemacht und ich war gespannt, wie dieses Thema umgesetzt werden würde, denn im Raum standen ja nun einige Fragen: Sagt Lene ihrer Mutter Bescheid? Und wenn ja, wie? Was passiert dann? Zersplittert die Familie? Wie reagiert der Vater?

Das Buch ist übrigens eine Neuauflage, die Erstauflage ist im Thienemann-Verlag als broschierte Version für 13,90 € erschienen und immer noch erhältlich. Das Cover finde ich sogar ein bisschen schöner.

Erwartungen an das Buch?
Ich hatte die Befürchtung, da die Altersempfehlung ab 12 ist, dass es, obwohl mich ja das Thema angesprochen hatte, ich einfach zu alt für dieses Buch bin und ich es sehr langweilig finden könnte. 

Erwartungen erfüllt?

Meine Befürchtungen waren zum Glück unbegründet. Meine Vermutung wurde bestätigt, dass gut geschriebene Jugendbücher auch Erwachsene gefallen können. Wenn man von solchen Geschichten mit 12 berührt wird, sind sie auch für 21-Jährige berührend. Besonders hier vielleicht auch, weil man ja immer mit seinen Eltern zu tun hat.

Dieses Buch hat sympathische Charaktere, die ich als sehr lebensecht beschreiben würde. Auch die Nebencharaktere, obwohl meist nur ein paar Sätze sprechend, hatten ihre ureigene Stimme. Deshalb konnte man auch sehr schnell in die Geschichte hineinfinden.

Mit der dreizehnjährigen Lene konnte ich mich gut identifizieren, denn es war für mich sehr verständlich, dass sie die Familie zusammenhalten will und mit dem Bruch der scheinbaren Idylle schwer umgehen konnte. Auch ihre ältere Schwester Rose ist gut gezeichnet. Mit ihrem aufbrausendem Temperament geht sie mit der Situation ganz anders um, als ihre harmoniebedürftige Schwester. Sie blockiert und bricht nicht nur mit ihrem Vater. Obwohl sie sehr aggressiv und ablehnend ist, habe ich sie dennoch verstanden und auch als sympathische Person empfunden, denn man hat doch stark gemerkt, wie sehr sie ihre Familie liebt. 
Selbst die Geliebte des Vaters ist nicht übertrieben nervig.

Einzig den Vater, Doktor Daniel Dunker, war mir zu überzeichnet dargestellt. Er musste halt so ein Mistkerl sein, damit der Plot funktionierte, aber so richtig abgekauft habe ich ihm seine Story nicht. Oder ich will solche Männer, die nicht ehrlich mit ihrer Frau reden, überhaupt nicht wahrhaben.

Das Schwein von Lene wiederum hat sich unbemerkt auch in mein Herz geschlichen, obwohl ich sonst kein Tiernarr bin.

Der Plot hatte zwar Klischees in sich, war aber dennoch nicht kitschig, oder zu oberflächlich, sondern so, dass mich die Geschichte um die Familie berührt hat, und ich mehrmals mit den Tränen kämpfen musste.

Viele verschiedene Schauplätze gibt es in diesem Buch nicht, denn der Augenmerk wird nicht darauf gelegt. Doch trotz der geringen Seitenanzahl sind mir doch Orte im Gedächtnis geblieben, wie z.B. Die umfunktionierte Hebebühne der Tankstelle oder der Wald, in dem das Schwein gerne leckere Eicheln frisst.

Insgesamt gesehen, ist es kein Buch, welches man unbedingt lesen müsste, aber doch ein unterhaltsames und für mich jedenfalls auch berührendes Jugendbuch.
Für Plot, Protagonisten, und Setting vergebe ich jeweils eine Regalebene und das Herz fülle ich noch mit einem zusätzlichen Regalbrett für die emotionale Tiefe.


Unterhaltsam





Beitrag von Egoliquida

Doppelrezension: Flames´n´Roses - Lebe lieber übersinnlich


"Ach du piep" S.188





Verlag: Loewe
Preis: 17,95 (gebunden)
Seiten: 380
Autor: Kiersten White
Genre: Urban - Fantasy
Reihe: 1. Band von 3



Worum geht´s?


Mit einer Meerjungfrau als beste Freundin und einer Fee als Exfreund ist das Leben schon recht abgefahren, erst recht wenn man zusätzlich noch als Spitzenkraft für die IBKP (Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler) arbeitet. Die junge Evie, die Paranormale entlarven kann, möchte lieber ein stinknormales Highschool-Leben mit Führerschein, Spind und Dates. Das alles scheint im gewissen Sinne einzutreffen, als der faszinierende Paranormale Lend von der IBKP „aufgenommen“ wird und Evie sich mit ihm anfreundet.
Doch irgendetwas bedroht die paranomalen Geschöpfe und auch Evie gerät ins Visier des Täters...

Unsere Meinung:

Wie sind wir auf das Buch gekommen?
R.S.:  Auf Egoliquidas Empfehlung hin habe ich es auf der Leipziger Buchmesse erworben.

Egoliquida:  Ich habe schon etliche positive Rezensionen zu dem Buch gelesen, aber dieses grelle Cover hat mich sehr, neben der Tatsache, dass ich lustige Bücher meistens auch oberflächlich finde, abgeschreckt. Da R.S. immer auf der Suche nach humorvollen Büchern ist, habe ich ihr „Flames ´n‘ Roses“ empfohlen und mir es später von ihr ausgeliehen.


Erwartungen an das Buch?
R.S.: Eine spannende und lustiges Liebesgeschichte mit Twilight- Allüren erwartete ich. Eigentlich war ich nur auf das Humoristische an dieser Literatur aus.

Egoliquida.:  Ich erwartete eine witzige Fantasygeschichte ohne Tiefgang.


Erwartungen erfüllt?
R.S.: Erster Punkt: Das Cover!
Fast unglaublich, aber wahr, das deutsche Cover gefällt mir hier wesentlich besser, als das der amerikanischen Originalausgabe. Dasselbe gilt übrigens auch für den Titel, im Original „Paranormalcy“, im Deutschen eben „Flames ’n’ Roses“. Das deutsche Cover fügt sich besser in die Geschichte ein. Ich meine, es ist ja schon sehr „mädchenhaft“, so in rosa, mit Blümchen...
Es könnte fast abschreckend wirken, aber es passt eben gerade dadurch, dass die Protagonistin, Evie, genau so ist, sie fährt auf Tiger- und Leopardenprint ab und auf Kleider usw.
 Ansonsten ist es ein angenehmes Geschichtlein. Charmant geschrieben, zu meiner Freude sehr, sehr lustig und aus der Sicht von Evie erzählt. Wie bei jeder Erzählung mit Ich- Perspektive lernt man dadurch den Hauptcharakter sehr gut kennen, vor allem auch mögen. Evie ist eine herzlich entzückende Type und hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Allerdings gewinnt man den Eindruck, dass sie vielleicht ein bisschen naiv ist, bspw. was die ganze Sache mit der IBKP angeht.
Also, ich meine, (Vorsicht beim Weiterlesen jetzt!) da muss erst ein heißer Typ wie Lend kommen, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass in ihrem Leben eine gewisse Sache falsch läuft.

Egoliquida: Ja, die Geschichte um Evie ist spannend und lustig, aber man muss sich im Klaren sein, dass ca. ab der Hälfte des Buches es zu einem gewaltigen Stimmungswechsel kommt. Es passieren sehr ernste Dinge. Nur leider haben die kaum Einfluss auf Evies Charakter. Eine Weiterentwicklung konnte ich bei der ewig um ihr Aussehen bemühten Jugendlichen  nicht spürbar ausmachen. Natürlich hat sie die Geschichte mit ihrer witzigen Art aufgelockert, aber es wäre mir passender vorgekommen, wenn sie etwas ruhiger geworden wäre, oder der Grund, weshalb sie stark betroffen hätte sein müssen, einfach weggelassen worden wäre.
Die Ideen in diesem Buch sind wirklich gut durchdacht und interessant.  Allen voran die Behörde und die Feen, die so ganz anders sind, als im Märchen. Der Plot fügt viele Dinge zusammen, ist dabei aber erfrischend unvorhersehbar und hätte auch ohne „Flotte-Sprüche-Evie“ gewirkt und verdient 2 Regalbretter.

R.S.: Im Gegensatz zu Evie, die sich schon für einen Hauptcharakter sehr anstrengen muss, fallen die weiteren Charaktere auch sehr normal aus. Es gibt den charmanten Bösewicht, die Mutterfigur und den heißen paranormalen Typen. (Was mir aber aufgefallen ist, normalerweise ist der heiße paranormale Typ ja etwas mächtiges, anbetungswürdiges und allwissendes Wesen. Hier hat er mindestens genauso wenig Peilung wie Evie.)
Alles in allem bekannte Charaktere, die aber trotzdem sehr unterhaltsam sind und in ihrem Zusammenspiel und mit Evies Unterstützung der Geschichte eine gewisse Würze geben.

Egoliquida:  Ich ergänze, dass es sehr viele paranormale Nebenfiguren gab, die aber alle recht farblos blieben. Dazu fand ich Lend alles andere als „heiß“, eher ziemlich lasch. Klar, er ist ein interessanter Paranormaler, aber das allein würde mich nicht reizen. Für die Protagonisten vergebe ich ein Regalbrett.

R.S.: Flames ´n´ Roses ist in das Genre Urban Fantasy eingeordnet, allerdings spielt die Geschichte von Anfang an sozusagen in der mystischeren Welt als in unserer Stinknormalen. Obwohl ich bemängeln muss, dass die wirklich interessanten Fantasygeschöpfe erst gegen Ende Erwähnung finden, sie tauchen leider nur am Rande auf.
Ansonsten mag ich das Buch sehr, leichte Kost, die sich nett nebenbei wegliest, trotzdem durchaus spannend ist. Man fiebert irgendwann sehr mit und möchte unbedingt nun auch die letzten Rätsel um Evie gelöst haben.
Es ist der erste Teil einer Trilogie, obwohl ich mir kaum vorstellen kann, wie es nun weiter gehen soll. Eigentlich ist es mit dem ersten Band abgeschlossen und auch ein schönes Ende, was man meiner Meinung nach auch so stehen lassen kann. Trotzdem möchte ich natürlich wissen, wie es denn nun mit Lend und Evie weitergeht.

Egoliquida:  Ich stimme R.S. zu und gehe zum Schluss noch auf das Setting ein. Die Behörde mit dutzenden einquartierten und beschäftigten Paranormalen konnte ich mir leider kaum vorstellen. Dabei wäre hier sehr viel Potenzial gewesen. Andererseits hatte ich schon einen Einblick von Evies Welt, auch wenn der nicht besonders allumfassend war. Eine Regalebene dafür vergebe ich.
Im Gegensatz zu R.S. reizt mich die Fortsetzung nicht sehr. Die Geschichte, die ich als das positivste Merkmal bewertet habe, ist in sich abgeschlossen und Evie als Protagonistin mir zu uninteressant.


Zwei Regalbretter für den Plot und jeweils einen für Protagonisten und Setting macht insgesamt vier Regalebenen.


Unterhaltsam




Rezension: Das Leben ist keine Pralinenschachtel

"Die mit unseren Forderungen. Tampons? Mädchensport? Respekt? Diese Liste." (S.51)







Verlag: Ravensburger
Preis: 7,99 (Taschenbuchausgabe)
Seiten: 285
Autor: Melina Marchetta
Genre: Jugendroman




Worum gehts?

Francesca wechselt in diesem Schuljahr auf St. Sebastian, eigentlich eine reine Jungenschule, welche aber gerade die Tore für Mädchen geöffnet hat. Aber leider sind ihre Mitstreiterinnen nicht ihre erste Wahl, durchgeknallt und verrückt, und auch die Jungen sind allesamt und durch die Bank weg dumm und eingebildet. Francesca muss sich nun in ihrer neuen Umgebung ohne Freunde zurecht finden und nicht mal ihre Mutter kann ihr Halt geben, hat diese doch mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen.

Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?
Entdeckt habe das Buch bei einer Freundin und mein Interesse wurde hauptsächlich durch den Titel geweckt.
Beim Lesen fiel mir dann allerdings auf, dass ich vor einigen Jahren schon mal eine Leseprobe zu diesem Roman hatte und mir schon damals vornahm, es einmal zu lesen. Umso mehr hab ich mich dann natürlich über die Entdeckung gefreut!

Erwartungen an das Buch?
Die erste Leseprobe hatte ich in einem anderen Buch gefunden, ebenfalls ein Jugendroman, allerdings sehr locker und lustig. Diese Erwartungen stellte ich dann auch an dieses Buch. Eine einfach Schul-Jugend-Liebes-Geschichte mit verrückten Ideen und einem hoffentlich romantischen Ende.

Erwartungen erfüllt?
Wer sich denkt, dass er zwischen den Seiten des Buches illustre Ablenkung findet, der sei gewarnt: Dieser Jugendroman hat es in sich!

Ohne zu viel verraten zu wollen, aber mit Francescas Problem möchte man nicht in der eigenen Familie konfrontiert sein und man kommt erst sehr langsam dahinter, was genau das Problem für Francesca bedeutet. (Ja, etwas wirr, aber alles andere würde an dieser Stelle zu viel verraten!)

Ich konnte mich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen, auch wenn mir ihre Handlungsweisen und ihre Konflikte fremd sind. Am Anfang mag sie einen unsympathisch und oberflächlich erscheinen, aber je mehr Seiten man mit ihr hinter sich bringt, desto mehr blickt man sozusagen "hinter die harte Schale" und lernt das Mädchen richtig kennen und mögen.
Das Buch ist aus der Ich- Perspektive geschrieben, was einen natürlich einen guten Einblick in Francescas Gefühlswelt gibt, die der anderen Antagonisten aber verbirgt, was aber nicht weiter dramatisch ist, ich glaube, Francescas reicht einem völlig.
Im Allgemeinen finde ich die Charaktere sehr ausgereift, allerdings manchmal ein bisschen zu crazy und zu dramatisch.

Auch das Setting der Schule wurde ausreichend genutzt und man bekommt einen guten Einblick in die schulische Welt. Zudem fand ich es sehr schön, dass für Jugendliche normale Dinge miteinbezogen wurden und nicht einfach der heilen Welt willen unter den Tisch versteckt wurden (z.B. der erste Alkoholkonsum).

Alles in allem hat mir der Roman sehr gut gefallen, auch wenn er so gar nicht meinen Erwartungen entsprochen hat. Beim Lesen erlebt man diverse Emotionen, sei es Freude, zu Tränen gerührt, geschockt oder einfach nur glücklich. Francesca zieht einen in ihre Welt und das Buch ist schneller durch und weg gelesen als man gucken kann.

Abschließend vergebe ich noch die Regalböden: Für das Setting, die Charaktere und den Plot vergebe ich jeweils ein Stern, Zusatzpunkt gibt es für die unerwartete Tiefe des Romans.



Unterhaltsam



Rezension von R.S.

Rezension: Jennifer Estep - Frostkuss



"Sobald ich etwas gesehen hatte, sobald eine Person oder ein Gegenstand eine Vision hervorgerufen hatten, waren diese Erinnerungen für immer ein Teil von mir, und ich konnte sie immer wieder fühlen und sehen." S.93






Verlag: IVI
Preis: 14,99 (broschiert)
Seiten: 373 + Extras
Autor: Jennifer Estep
Genre: Urban - Fantasy
 Reihe: Mythos Academy 1 von 6 (geplant)



Worum gehts?

Die 17-jährige Gwen Frost geht auf die Mythos-Akademie, auf die Kämpfer, wie Spartaner, Walküren und Trojaner gehen. Gwen ist auf Mythos eine Außenseiterin, denn sie ist erst vor kurzem auf die Akademie gewechselt, trägt Kapuzenpullis und kein Designer-Fummel, hat keine Freunde und statt Kampffertigkeiten  die Gypsy-Gabe. Als einzige Schülerin kann sie dadurch bei Berührung Erinnerungen, geheimste Wünsche und Sehnsüchte der Person spüren, wobei sie bei starken Gefühlen regelrecht übermannt wird. 

Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?
Verschiedene Blogs haben die Bücher des neuen Imprints IVI vom Piper-Verlag vorgestellt und neben "Starters", fand ich Frostkuss ganz interessant für ein Buch zwischendurch. Besonders gut fand ich dabei, dass es nicht um Werwölfe, Vampire etc. gehen sollte, sondern um die griechische Mythologie. Als ich es bei rebuy.de entdeckt hatte, war es gleich in der Bestellung drin.

Erwartungen an das Buch?
Eine nette Geschichte mit vielen Abenteuern in der Mythos-Akademie. Gefreut habe ich mich auf die griechische Mythologie, die ich nicht gut kenne.

Erwartungen erfüllt?
Ich bin ein wenig zwiegespalten, denn ich denke, aus der Grundidee hätte man mehr machen können. 

Mit der Protagonistin konnte ich mich zwar identifizieren, aber sie erfüllte für mich zu viele Klischees, z.B. Waise, die um ihre kürzlich verstorbene Mutter trauert, Außenseiterin, schlecht in Sport, Einser-Schülerin, stolpert "zufällig" in immer den gleichen muskulösen Typen, Mädchen mit gutem Herz. Wenn man die Gypsy-Gabe und die Klischees abzieht, bleibt da noch... hm... ah ja, sie liest gerne Comics, wie Wonder Woman. Schade, so blieb sie für mich recht blass. Widersprüchlich fand ich, dass sie eine Einser-Schülerin ist, aber keine Ahnung von der mythologischen Geschichte hat (ein Unterrichtsfach).

Der Schreibstil ist einfach aber flüssig, gestört haben mich Einschübe nach Beschreibungen, wie "Peinlich" oder "Gruselig". Ich habe dann immer das Gefühl, dass der Leser zu dumm gehalten wird, sich das aus dem Kontext zu erschließen.

Die Geschichte ist interessant, betont meiner Meinung nach aber zu oft eigentliche Nebensächlichkeiten, die dann sich natürlich später als höchst wertvolle Dinge bzw. Informationen herausstellen. Viele Überraschungen gibt es deshalb nicht, wenn man als Leser mitdenkt.

Ein richtiges Akademiefeeling habe ich nicht bekommen, obwohl ich diese rein äußerlich mir gut vorstellen konnte, eher wurde ich von den Verallgemeinerungen, z.B. dass alle Schüler Designerklamotten tragen, sich ständig (gerne öffentlich) sexuell vergnügen und Alkohol konsumieren, abgeschreckt. Vielfach geht es um männliche wie weibliche "Schlampen" und ich finde schon, dass Sex in Jugendbücher einen Platz hat, aber das war mir wirklich zu viel.

Dennoch werde ich den Folgeband lesen, denn das Buch hat auch gute Aspekte. Zum einen waren die Beziehungen von Gwen, wie die zu ihrer Oma, zu ihrer neuen Freundin und zu ihrem Schwarm realistisch und liebenswert geschrieben. Es gab kein "Ich kann ohne dich nicht leben"-Gesülze, oder dass die Freundin einfach so vom Himmel fällt. Die Gypsy-Gabe ist interessant und trägt die Geschichte sehr gut. Dazu wird am Ende noch eine witzige Nebenfigur, ähnlich wie Xemerius in der Rubinrot-Trilogie oder Sir Cadogan in der Harry Potter Reihe eingeführt. Die Entwicklung von Gwen wird nach den Ereignissen des Showdowns dieses Buches auch schneller voranschreiten.
Obwohl ich nicht viel schlauer bin, was die griechische Mythologie betrifft, hat das Buch doch einige nette Ideen und Wendungen. Im Anhang gibt es zudem einen Stundenplan und einen von Gwens Aufsätzen. Zwar habe ich den einfachen Schreibstil bemängelt, aber ich muss zugeben, dass ich mir alles lebhaft vor meinen Augen sah.

Insgesamt vergebe ich vier Regalebenen, eine Regalebene für die Protagonistin, eine für das Setting und eine weitere für den Plot, zudem ein Zusatzpunkt für die gute Ausführung der Gypsy-Gabe und anderen netten Ideen, die ich leider ohne zu spoilern nicht erwähnen kann.



Unterhaltsam




Rezension von Egoliquida
Rezension Kurzrezension Challenge Tag