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Sieben wirklich kurze Kurzrezensionen

Ich habe in letzter Zeit viel gelesen, aber leider einige Bücher, die so mittelmäßig waren, dass ich keine große Lust verspüre sie näher zu erörtern, bzw. welche, bei denen ich meine Begeisterung nicht so recht in Worte verpacken kann oder will.


Daher viel Spaß mit diesen wirklich kurzen Kurzrezensionen. ;)

1. Die Suche

"Ich ziehe meine Eltern gleichzeitig aus ihren Fächern, genieße das Gefühl des kalten Metalls auf meiner Haut, das Klacken, das die Rolltragen machen, wenn sie auf ihren Stützrädern einrasten." (S.324)

Autor: Beth Revis
Verlag: Dressler
Seiten: 458
Preis: 19,95€ (gebunden)
Reihe: 2. Band von 3

Besser als der erste Teil, da die Rätsel- und Thrillerelemente nicht ganz so durchschaubar waren. Wer Rätsel, Dystopien und Jugendthriller mag, ist damit gut bedient.
Am Ende dachte ich schon Schlimmes, aber ich finde die Endposition sehr gut und freue mich riesig auf den letzten Teil.
Das tolle an Godspeed ist natürlich der Umstand, dass man aus einen Raumschiff nicht flüchten kann.^^

Lesenswert? Ja!

2. Zimmer mit Aussicht

"Er hatte etwas in den Fluß geworfen. 
"Was haben Sie hineingeworfen?"
"Sachen, die ich nicht wollte", sagte er ärgerlich.
"Mr. Emerson!"
"Ja?"
"Waren das die Photographien?"
Er hüllte sich in Schweigen.
"Ich glaube, es waren meine Photographien, die sie weggeworfen haben." (S.74)

Autor: Edward Morgan Forster
Verlag: Brigitte Edition 
Seiten: 334
Preis: 4,99€ (gebunden)
Reihe: Einzelband
Genre: Gesellschaftskomödie, Liebesgeschichte

Lucy Honeychurch muss sich zwischen dem Freigeist George Emerson und dem versnobten Cecil Vyse entscheiden. 
Dieser Klassiker nimmt die prüde viktorianische Gesellschaft mit ganz leichter Ironie aufs Korn. Ich habe, wie den Film, das Buch sehr genossen, weil die Liebesgeschichte ohne Kitsch auskommt und ich wirklich richtig in die Atmosphäre abtauchen konnte.

Lesenswert? Ja!

3. Die Wächter

"Finger hoch, wer für Menschenmengen, Straßenunruhen und das Massenleben im Allgemeinen ist." (S.127)

Autor: John Christopher
Verlag: Ravensburger
Seiten: 192
Preis: nur noch gebraucht erhältlich (Taschenbuch)
Reihe: Einzelband

Sehr kurze Dystopie (leider mit Fluchtanteil), die mich nicht überzeugen konnte, sich aber flüssig gelesen hat. Die Charaktere waren gemessen an der geringen Seitenzahl sehr gut dargestellt. Es geht um einen Jungen, der aus der städtischen Moderne in das scheinbar friedliche historische Landleben flüchtet. Doch die Menschen werden manipuliert und überwacht.

Lesenswert? Vielleicht!

4. Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna

"Was für eine verkehrte Welt. Es machte mir mehr und mehr Spaß, auf Antworten Squillionen von Fragen zu wissen. Ich dachte mir einen grotesken Haufen Unsinn aus, und die Antwort war immer gleich." (S.77)

Autor: Fynn
Verlag: Fischer
Seiten: 193
Preis: 7,00€ (gebunden)
Reihe: Einzelband

Ein Buch nach einer wahren Begebenheit.
Kleines Meisterwerk. Es werden philosophische Themen angesprochen, die leider nicht immer zu Ende gedacht werden. Ein Buch mit sehr liebenswerten Charakteren, die man sofort ins Herz schließt und die Emotionen wecken.

Lesenswert? Ja!

5. Der Sommer der silbernen Wellen

"Gegebenheiten und Menschen, die ich geglaubt hatte zu kennen, erwiesen sich als das Gegenteil dessen, für das ich sie gehalten habe. Das galt sogar für mich selbst." (S.258)

Autor: Amanda Howells
Verlag: FJB
Seiten: 378
Preis: 17,99€ (gebunden)
Reihe: Einzelband

Ein Buch mit den großen Themen Selbstfindung und Angepasstsein. Fand ich recht fad, da ich aus der angesprochenen Zielgruppe (15-17) heraus bin. Der Schreibstil war angenehm.
Leider war der männliche Part zum Ende hin sehr leichtsinnig und das Mädchen auch noch so blöd, dass sie mit von der Partie war. Es herrschte eine merkwürdige Moral, in der Art wie: Besäufnisse und anderer Drogenkonsum machen nur fehlgeleitete Jugendliche, aber wir sind vernünftiger. Und dann brechen sie in fremde Häuser ein und schwimmen bei Gewitter im Meer. Ähm ja...

Lesenswert? Vielleicht!

6. Renegade

"Winzige Blutstropfen laufen über meinen Arm. Ich sehe zu, wie sie einer nach dem anderen auf dem Boden landen, tropf, tropf, tropf." (S.216)

"Grinsend fragte Gavin mich: "Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um mir zu zeigen, was sich unter deinem Kleid verbirgt?" (S.250)

Autor: J.A.Souders
Verlag: IVI
Seiten: 359
Preis: 16,99€ (gebunden)
Reihe: 1. Band von 3

Naive bis lächerliche Protagonisten werden hier gemischt mit erschreckenden Gewaltszenen und ewiger Flucht. Das Buch hat mich sehr enttäuscht, denn Plot, Setting und Charaktere hätten Potenzial gehabt, wenn die Ausarbeitung besser gewesen wäre. Es gibt eine sehr schwache Story mit Logiklöchern, so groß wie der Ozean um die Unterwasserstadt Elysium, die mit einigen Wendungen und Ideen aufgepeppt wurde. 

Lesenswert? Eher nicht!

7. Legend

"Gestern Abend war sie so berauscht von mir wie ich von ihr, aber heute wirkt sie so abweisend, in sich gekehrt." (S.177)

Autor: Marie Lu
Verlag: Loewe
Seiten: 364
Preis: 17,95 (gebunden)
Reihe: 1. Band von 3

Angeblich schlauste/kriminellste Jugendliche der Nation mit tragischen Hintergrundgeschichten verhalten sich wie Durchschnittsdystopieprotagonisten. Einer der beiden Charaktere ist ständig auf der Flucht, der Gegenpart sucht und verliebt sich in ihn. Die Welt wird leider nur grob beschrieben, sodass viel Atmosphäre allein dadurch verflog. Das Werk hat mich nicht überzeugt und ich werde die Folgeteile wahrscheinlich nicht erwerben, da es mir insgesamt zu durchschnittlich war.
Die Spannung hat durch den Umstand, dass es sich um eine Trilogie handelt, sehr gelitten.
Und wieder kann ich sagen: Gewalt macht ein Buch nicht wirklich besser.

Lesenswert? Vielleicht!



Rezension: Waiting for you

"Und sagen uns alles, ohne etwas zu sagen." (S.270)




Verlag: Arena
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
Seiten: 298 
Autor: Susan Colasanti
Genre: Jugendroman








Worum geht's?
Marisa möchte unbedingt einen Freund, doch unerfreulicherweise entpuppt sich ihr Kumpel Nash als Verehrer und leider nicht der smarte Derek. Doch schon bald fragt auch dieser sie nach einem Date und Marisas Welt steht Kopf, was leider nicht nur an dem tollen Typen liegt. Hinzu kommt, dass Marisa von einer alten Krankheit eingeholt wird.

Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?
Reiner Cover- und Deckeltextkauf.

Erwartungen an das Buch?
Auf dem Cover steht "Eine Geschichte über die Liebe", ganz ehrlich also: Einen schnulzigen, oberflächlichen Jugendroman.

Erwartungen erfüllt?
*Trommelwirbel*...das Publikum hält gespannt die Luft an...NEIN!

Ich werde gar nichts groß zu diesem Buch sagen, das meiste steht im Fazit und die Beschreibung der Geschichte steht da oben.
Alles in allem las es sich eintönig und langsam. Meiner Meinung nach auch sehr schlecht, erst irgendwie ab der Mitte des Buchs wurde mir wieder bewusst, dass das Mädel Marisa heißt (nur ein Beispiel).

Des Weiteren war es eine ausgelutschte Story, die lediglich aufgepeppt wurde mit einer sehr normalen Jugendproblematik (familiär) und einer völlig absurden Dramatik (Krankheit). Ich möchte die Schwere dieser zwei Dinge gar nicht absprechen, aber hier war es einfach zu viel.

Dieses Buch las ich außerdem parallel zu "Nevermore" und beide Bücher zusammen haben mich ganz schön runtergezogen. Gott, war ich streckenweise schlecht drauf wegen diesen zwei Geschichten. Ok, eigentlich ist es ja ein gutes Zeichen, wenn Geschichten einen so mitreißen. Aber hier war es wegen blöder, trauriger Thematik, schlechten Schreibstil und Frust, dass ich dafür Geld ausgegeben habe...ARGH!
Lediglich ein Satz gefiel mir gut in diesem Buch und zwar derjenige, der da oben steht.

Und dafür, finde ich, habe ich das Buch noch sehr nett bewertet.

Das war's auch schon, weitere Informationen im Fazit.

Fazit
Die Geschichte hatte zwar durch Marisas Krankheit und ihrer aktuellen privaten Situation zwar eine gewisse Tiefe, aber die zieht einen selbst ganz schön mit hinunter. Ansonsten ist es eine flache, bereits hundertfach gelesene Geschichte. Für Plot und Setting gibt es genau null Regalbretter. Die Charaktere waren zwar klischeehaft und totaler Durschnitt, aber auch sowas muss man beschreiben können, darum gibt es dafür ein Regalbrett. Ein Extrapunkt erhält die Geschichte für die realistische Darstellung von Problematiken und Marisas Krankheit:

Bescheiden

Beitrag von R.S.

Kurzrezension: Meisterklasse

Vorbemerkung: Dieses Buch rezensiere ich als Kurzrezension, u.a. weil es wenige Seiten hat. Ihr findet 356 Seiten eher normal? Ich auch, aber "Meisterklasse" hat 37 Kapitel, die voneinander mit jeweils zwei leeren Seiten und einer mit abgebildeter Weltkarte, abgeteilt sind. Macht insgesamt (37*3=111; 356-111=245) 245 Seiten in einer riesigen Schriftgröße und großem Zeilenabstand.
Die Geschichte ist sehr kurzweilig und ich hatte sie nach ein paar Tagen völlig vergessen, daher finde ich eine Kurzrezension ganz passend.

"Kat dachte an ihre Mutter, die genau auf diesem Stuhl gesessen und ebendiese Akten durchsucht hatte, aber nie so dicht davor gewesen war, etwas zu finden, das so gut wie verloren war." (S.153)





Verlag: FJB
Preis: 17,95 € (gebunden)
Seiten: 356
 Autor: Ally Carter
 Genre: Jugendbuch
 Band 1 von  3






Worum geht's?
Innerhalb von zwei Wochen muss Katerine Bishop (Kat) mit ihren Freunden die entwendete Gemäldesammlung des Mafiabosses Arturo Taccone zurückstehlen, denn sonst drohe Kats Vater, der unter Verdacht steht, Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?
Vor einiger Zeit hatte es Nicy (Ohwhysosad) erwähnt. Ich habe es bei rebuy gekauft, doch leider hat der Aufkleber den Buchrücken zerstört und so stellte ich es erstmal in die hinterste Ecke, um es mir nicht ansehen zu müssen ;)

Erwartungen an das Buch?
Ein spannendes Buch über eine Meisterdiebin, die aber nicht an "Artemis Fowl" herankommt.

Erwartungen erfüllt?
Der ganze Diebescoup war eher mäßig spannend, dafür aber immer unterhaltsam. Kats ganze Familie ist in dubiose Machenschaften verwickelt und alle Charaktere sind liebenswert und verschieden. Für mich persönlich waren es zu viele Personen, jedenfalls für die Kürze des Buches. Die erklärten Verwandtschaftsbeziehungen haben mich zudem eher verwirrt, als dass sie Licht ins Dunkel brachten. ;)

Der Plot ist sehr rasant durch die vielen kurzen Kapitel, welche die häufigen Ortswechsel und das immer geringer werdende Zeitlimit markieren. Dennoch ist die Geschichte recht einfach gestrickt bzw. geradlinig, die Gemälde werden gesucht, der gefundene Ort danach observiert und am Ende steht der Einbruch als Höhepunkt.
Daneben gibt es noch kleinere Überraschungen und Wendungen, aber nichts, was an derartigem bei "Artemis Fowl" erinnert. Insgesamt war er, durch die mitunter auch humorvollen Figuren, aber amüsant.

Richtig ernst nehmen konnte ich die Story trotzdem nicht, denn leider überzeugte mich der Antagonist "Arturo Taccone" überhaupt nicht, der war eher eine Witzfigur. Klar, es wurde mehrmals erzählt, welch schrecklichen Dinge er schon getan hat und in welcher Lebensgefahr Kats Vater steckt, wo er doch im Verdacht steht, Taccones Gemälde gestohlen zu haben. Aber da liegt für mich der Fehler: Es wurde eben immer nur darüber geredet, aber nie gezeigt.
Wenn Taccone Kats Vater gekidnappt und gefoltert hätte, wäre es spannender und die ganzen Mühen, die Kat aufnimmt, auch plausibler gewesen.^^

Was mich wirklich begeistert hat, war die subtile Liebesgeschichte Beziehung zwischen Kat und ihrem besten Freund Hale. Man hat spürbar in ihren Gesprächen gemerkt, dass da mehr laufen könnte. Gleichzeitig wird direkt nichts gesagt. Allein deswegen überlege ich mir den zweiten Band auf Englisch zu kaufen. Generell war der Schreibstil sehr angenehm und die Protagonisten hatten eine individuelle Erzählstimme.

Einen Blick ist es auf jeden Fall wert, aber wer es nicht liest, hat auch nichts Großartiges verpasst.

Lesenswert? Vielleicht! 

Blog-Intern: Was haltet ihr vom neuen Hintergrund, bzw. vom Design? Fehlt euch noch etwas? Könnt ihr alles gut lesen? Was stört euch am meisten?

Bitte schreibt mir jetzt, denn noch habe ich frei. Wenn ich erstmal im August arbeite, möchte ich mich nur noch um Blogbeiträge kümmern.

 Beitrag von Egoliquida

Rezension: Ein reiner Schrei

"Bist du hergekommen, um zu beten?", fragte er und trat einen Schritt vor.
Shell biss sich auf die Lippen. "Beten?", stammelte sie, als wäre das Wort ihr unbekannt.
"Oder vielleicht nur, um vor dem Regen Schutz zu suchen?"
Sie nickte. "Der Regen. Das war der Grund."(S.176)




Verlag: Carlsen
Preis: 15,00 € (gebunden)
Seiten: 317
 Autor: Siobhan Dowd
 Genre:  Jugendbuch
 Einzelband






Worum gehts?

Shell muss in ihrem Leben sehr viel ertragen, seit ihre Mutter gestorben ist. Der Vater ist Alkoholiker, sie muss sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern und ihre Freundschaft zu Pater Rose wird durch den Klatsch der irischen Gemeinde unterbunden. Dann verschwindet ihr Freund Declan nach Amerika und Shell bleibt mit ihren Problemen alleine, die sie schließlich in einen Skandal verwickeln.

Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?

Die Autorin Siobhan Dowd, hatte die Idee zu "Sieben Minuten nach Mitternacht". Das Buch konnte sie aber nicht schreiben, weil sie zuvor starb. Ich fand das von Patrick Ness beendete Buch äußerst gelungen und wollte deshalb weitere Werke von ihr kennenlernen. Zudem sprach mich die Thematik einer überforderten Jugendlichen, die sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern muss, an, da ich diese in Thabita Suzumas Werk "Forbidden" schon sehr interessant fand.

Erwartungen an das Buch?

Ein nachdenkliches Buch über eine Jugendliche, die ihren Geschwistern als Mutterersatz dienen muss.

Erwartungen erfüllt?

Nachdem ich es beendet hatte, war ich schwer enttäuscht und dachte: Na ja, drei Sterne.
Im Nachhinein, ein paar Tage später, mit einer Verdauzeit dazwischen, würde ich dem nicht wieder zustimmen.

Dieses Buch ist keine leichte Kost und leider habe ich es unglücklicherweise in zweieinhalb Stunden, während ich auf meine Nummer im Einwohnermeldeamt wartete, ausgelesen. Es verdient aber eigentlich Ruhe und Bedenkzeit, denn die Geschichte um Shell ist sehr bedrückend.

Entgegen meiner Erwartung ist die Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister nicht die größte und hauptsächliche Bürde, die Shell tragen muss. Das machte es mir schwer, mich mit der Geschichte anzufreunden.

Zudem ist Shell nicht nur stark gebeutelt von dem Tod ihrer Mutter, sondern auch naiv und ich persönlich mag naive Charaktere nicht. Dennoch ist sie gut und eindringlich charakterisiert. Leider wird dieser Aspekt durch die Dritte-Person-Perspektive etwas abgeschwächt, da ich mich ihr dadurch nicht nahe genug gefühlt habe.

Am meisten hat mich die geringe Bereitschaft sich ihrer Probleme anzunehmen, aufgeregt. Auch dieser Vater, der nichts auf die Reihe kriegt und dieser Pastor, der zu schwach ist, ihr zu helfen, obwohl er  wenigstens ausspricht, dass man eigentlich etwas hätte tun müssen. Und diese irische Gemeinschaft, wo jeder die Not der Familie sieht und keiner was tut, bis Shell wirklich unglaublich viel aushalten muss. Das ist einfach schrecklich.

Im Gegensatz zu "Sieben Minuten nach Mitternacht", wo der Protagonist sich seinen Ängsten stellt, leidet Shell. Aber ich denke, "Ein reiner Schrei", will auch etwas anderes, als "Sieben Minuten nach Mitternacht". Jetzt denke ich, dass es vielleicht genau das zeigen wollte, dass solche Menschen wie Shell gar nicht in der Lage sind, sich richtig um sich selbst zu kümmern, da sie mit so viel mehr zu kämpfen haben und aus ihrer Einsamkeit nicht die Kraft besitzen auszubrechen. Im ersten Moment nach dem Lesen, hatte ich diese Schlüsse aber noch nicht gezogen und war verwirrt, was das Buch mir nun eigentlich sagen wollte.

Ich habe in meinen Kopf öfters Szenen von diesem Buch und es hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Für dieses Erstlingswerk vergebe ich für Protagonisten, Setting und Plot je eine Regalebene und für die Tiefe noch ein zusätzliches Regalbrett. Daneben betitle ich es nicht als "Unterhaltsam", da dieses Etikett nicht wirklich dieses Buch beschreiben würde.




Interessant





Beitrag von Egoliquida




Rezension: Scheiß Liebe

"Weißt du, manchmal denkt man, alles ist gut. Vielleicht hat man sogar das Gefühl, man ist glücklich. Dabei stimmt das gar nicht. Man macht sich das nur vor, um nichts verändern zu müssen." (S.62)




Verlag: Carlsen
Preis: 7,95 (Taschenbuch)
Seiten: 284
 Autoren: Thomas Brinx; Anja Kömmerling
 Genre: Jugendbuch
  Einzelband
Erscheint im Juli 2012

   


Worum gehts?

Lene lebt mit ihrer Familie und ihrem (Haus-)Schweinchen in einer Idylle. Vergesslicher Vater, Mutter filzt, Schwester spielt Gitarre, alle, besonders wenn die Großeltern kommen, gehen sich auf die Nerven, aber es herrscht dennoch merklich eine positive Atmosphäre. Jeder liebt jeden, eigentlich. Doch Lene findet einen Zettel, einen winzigen Ein-Satz-Liebesbrief an ihren Vater, der nun ja, nicht von ihrer Mutter stammt.


Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?
Das Cover spricht mich überhaupt nicht an, aber die Leseprobe auf der Seite von den Buchbotschaftern hatte mich doch sehr neugierig gemacht und ich war gespannt, wie dieses Thema umgesetzt werden würde, denn im Raum standen ja nun einige Fragen: Sagt Lene ihrer Mutter Bescheid? Und wenn ja, wie? Was passiert dann? Zersplittert die Familie? Wie reagiert der Vater?

Das Buch ist übrigens eine Neuauflage, die Erstauflage ist im Thienemann-Verlag als broschierte Version für 13,90 € erschienen und immer noch erhältlich. Das Cover finde ich sogar ein bisschen schöner.

Erwartungen an das Buch?
Ich hatte die Befürchtung, da die Altersempfehlung ab 12 ist, dass es, obwohl mich ja das Thema angesprochen hatte, ich einfach zu alt für dieses Buch bin und ich es sehr langweilig finden könnte. 

Erwartungen erfüllt?

Meine Befürchtungen waren zum Glück unbegründet. Meine Vermutung wurde bestätigt, dass gut geschriebene Jugendbücher auch Erwachsene gefallen können. Wenn man von solchen Geschichten mit 12 berührt wird, sind sie auch für 21-Jährige berührend. Besonders hier vielleicht auch, weil man ja immer mit seinen Eltern zu tun hat.

Dieses Buch hat sympathische Charaktere, die ich als sehr lebensecht beschreiben würde. Auch die Nebencharaktere, obwohl meist nur ein paar Sätze sprechend, hatten ihre ureigene Stimme. Deshalb konnte man auch sehr schnell in die Geschichte hineinfinden.

Mit der dreizehnjährigen Lene konnte ich mich gut identifizieren, denn es war für mich sehr verständlich, dass sie die Familie zusammenhalten will und mit dem Bruch der scheinbaren Idylle schwer umgehen konnte. Auch ihre ältere Schwester Rose ist gut gezeichnet. Mit ihrem aufbrausendem Temperament geht sie mit der Situation ganz anders um, als ihre harmoniebedürftige Schwester. Sie blockiert und bricht nicht nur mit ihrem Vater. Obwohl sie sehr aggressiv und ablehnend ist, habe ich sie dennoch verstanden und auch als sympathische Person empfunden, denn man hat doch stark gemerkt, wie sehr sie ihre Familie liebt. 
Selbst die Geliebte des Vaters ist nicht übertrieben nervig.

Einzig den Vater, Doktor Daniel Dunker, war mir zu überzeichnet dargestellt. Er musste halt so ein Mistkerl sein, damit der Plot funktionierte, aber so richtig abgekauft habe ich ihm seine Story nicht. Oder ich will solche Männer, die nicht ehrlich mit ihrer Frau reden, überhaupt nicht wahrhaben.

Das Schwein von Lene wiederum hat sich unbemerkt auch in mein Herz geschlichen, obwohl ich sonst kein Tiernarr bin.

Der Plot hatte zwar Klischees in sich, war aber dennoch nicht kitschig, oder zu oberflächlich, sondern so, dass mich die Geschichte um die Familie berührt hat, und ich mehrmals mit den Tränen kämpfen musste.

Viele verschiedene Schauplätze gibt es in diesem Buch nicht, denn der Augenmerk wird nicht darauf gelegt. Doch trotz der geringen Seitenanzahl sind mir doch Orte im Gedächtnis geblieben, wie z.B. Die umfunktionierte Hebebühne der Tankstelle oder der Wald, in dem das Schwein gerne leckere Eicheln frisst.

Insgesamt gesehen, ist es kein Buch, welches man unbedingt lesen müsste, aber doch ein unterhaltsames und für mich jedenfalls auch berührendes Jugendbuch.
Für Plot, Protagonisten, und Setting vergebe ich jeweils eine Regalebene und das Herz fülle ich noch mit einem zusätzlichen Regalbrett für die emotionale Tiefe.


Unterhaltsam





Beitrag von Egoliquida

Rezension: Das Leben ist keine Pralinenschachtel

"Die mit unseren Forderungen. Tampons? Mädchensport? Respekt? Diese Liste." (S.51)







Verlag: Ravensburger
Preis: 7,99 (Taschenbuchausgabe)
Seiten: 285
Autor: Melina Marchetta
Genre: Jugendroman




Worum gehts?

Francesca wechselt in diesem Schuljahr auf St. Sebastian, eigentlich eine reine Jungenschule, welche aber gerade die Tore für Mädchen geöffnet hat. Aber leider sind ihre Mitstreiterinnen nicht ihre erste Wahl, durchgeknallt und verrückt, und auch die Jungen sind allesamt und durch die Bank weg dumm und eingebildet. Francesca muss sich nun in ihrer neuen Umgebung ohne Freunde zurecht finden und nicht mal ihre Mutter kann ihr Halt geben, hat diese doch mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen.

Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?
Entdeckt habe das Buch bei einer Freundin und mein Interesse wurde hauptsächlich durch den Titel geweckt.
Beim Lesen fiel mir dann allerdings auf, dass ich vor einigen Jahren schon mal eine Leseprobe zu diesem Roman hatte und mir schon damals vornahm, es einmal zu lesen. Umso mehr hab ich mich dann natürlich über die Entdeckung gefreut!

Erwartungen an das Buch?
Die erste Leseprobe hatte ich in einem anderen Buch gefunden, ebenfalls ein Jugendroman, allerdings sehr locker und lustig. Diese Erwartungen stellte ich dann auch an dieses Buch. Eine einfach Schul-Jugend-Liebes-Geschichte mit verrückten Ideen und einem hoffentlich romantischen Ende.

Erwartungen erfüllt?
Wer sich denkt, dass er zwischen den Seiten des Buches illustre Ablenkung findet, der sei gewarnt: Dieser Jugendroman hat es in sich!

Ohne zu viel verraten zu wollen, aber mit Francescas Problem möchte man nicht in der eigenen Familie konfrontiert sein und man kommt erst sehr langsam dahinter, was genau das Problem für Francesca bedeutet. (Ja, etwas wirr, aber alles andere würde an dieser Stelle zu viel verraten!)

Ich konnte mich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen, auch wenn mir ihre Handlungsweisen und ihre Konflikte fremd sind. Am Anfang mag sie einen unsympathisch und oberflächlich erscheinen, aber je mehr Seiten man mit ihr hinter sich bringt, desto mehr blickt man sozusagen "hinter die harte Schale" und lernt das Mädchen richtig kennen und mögen.
Das Buch ist aus der Ich- Perspektive geschrieben, was einen natürlich einen guten Einblick in Francescas Gefühlswelt gibt, die der anderen Antagonisten aber verbirgt, was aber nicht weiter dramatisch ist, ich glaube, Francescas reicht einem völlig.
Im Allgemeinen finde ich die Charaktere sehr ausgereift, allerdings manchmal ein bisschen zu crazy und zu dramatisch.

Auch das Setting der Schule wurde ausreichend genutzt und man bekommt einen guten Einblick in die schulische Welt. Zudem fand ich es sehr schön, dass für Jugendliche normale Dinge miteinbezogen wurden und nicht einfach der heilen Welt willen unter den Tisch versteckt wurden (z.B. der erste Alkoholkonsum).

Alles in allem hat mir der Roman sehr gut gefallen, auch wenn er so gar nicht meinen Erwartungen entsprochen hat. Beim Lesen erlebt man diverse Emotionen, sei es Freude, zu Tränen gerührt, geschockt oder einfach nur glücklich. Francesca zieht einen in ihre Welt und das Buch ist schneller durch und weg gelesen als man gucken kann.

Abschließend vergebe ich noch die Regalböden: Für das Setting, die Charaktere und den Plot vergebe ich jeweils ein Stern, Zusatzpunkt gibt es für die unerwartete Tiefe des Romans.



Unterhaltsam



Rezension von R.S.